Grenadiere

Grenadiere

Grenadiere_Korpswappen
Wappen Grenadiekorps

Das Grenadierkorps stellt sich vor

Bereits im Gründungsjahr des Schützenvereins von 1863 Weckhoven fanden Grenadiere Erwähnung. Aus diesem Grund mutmaßte Verfasser Martin Kluth im Heimatbuch „Unser Weckhoven“ von 1988 wohl nicht zu Unrecht, dass die Grenadiere schon zur damaligen Zeit „eine dominierende Formation in unserem Dorfe“ waren.

Dafür bedurfte es erstmals damals wie heute ehrenamtlich tätiger Bewohner, die sich für die Belange der Schützen einsetzten und unmittelbar dafür sorgten, dass diese Tradition über Generationen hinweg weitergegeben und fortgesetzt wird.

Die Motivation für diesen Einsatz zum Wohle des Vereins war sicherlich vielfältig. Allein Schon die Tatsache, dass das Schützenwesen in Weckhoven stets einen hohen Stellenwert innerhalb der Bewohnerschaft innehatte, war Grund genug dafür, den Verein durch eigenes Zutun aktiv mit Leben zu füllen. Schließlich finden die Schützen das ganze Jahr hindurch im Vereinsleben einen attraktiven Begleiter in der Bewältigung des Alltags bei Freud und Leid.

Aus heutiger Sicht bedeutsamer Glücksfall für die Weckhovener Grenadiere erwies sich ein Personalentscheidung aus dem Jahr 1964 durch den damals frisch ins Amt gewählten Major Max de Raaf, der bei seiner Amtsübernahme den jungen Fritz Linkamp zu seinem Adjutanten ernannte. Über 10 Jahre marschierte dieser an der Seite de Raaf’s und erlente dabei die vielfältigen Aufgaben eines Majors in der Organisation der Menschenführung.

Natürlich kam dem jungen Linkamp auch die familiäre Unterstützung und Hilfestellung seines Vaters zugute, der selbst über Jahre hinweg Vorgänger von Max de Raaf als Grenadiermajor war.

Diese Mischung aus guten Voraussetzungen bedeutete die Saat, die die Weckhovener Grenadiere schließlich ernteten, als sie im Jahr 1974 Fritz Linkamp zu ihrem Major wählten. Dieses Amt sollte der neue Korpsführer über 30 Jahre hinweg mit viel Menschlichkeit und  Kameradschaft ausfüllen, wobei Störungen von außen erlaubt waren.

Fritz Linkamp blieb immer auf dem Teppich. Dies war seine Devise. Er hatte stets ein offenes Ohr für „seine“ Grenadiere. Schicksal und Fortbestehen des Grenadierkorps wurden zur Chefsache erklärt.

Durch Gattin Marlene wurde er in seinem Bemühen um das Wohlergehen der Grenadiere merkbar unterstützt.

Fritz Linkamp liebte das Schützenwesen zeitlebens. Er erfreute sich auch starker Helfer und Unterstützer.

Heinz Langen, Stefan Sackers, Reinhard Wendt, Dieter Quiatkowski und schließlich Thomas Kattner begleiteten als Adjutanten den Major in der Leitung Organisatzin des Korpslebens.

Im Jahr 2003 trat Fritz Linkamp aus freien Stücken von seinem Amt zurück. Die Grenaidere ernannten ihn daraufhin zum Ehrenmajor, die Schützen zum Ehrenmitglied des Vereins. Bis zu seinem Tod im Jahr 2010 blieb er den Schützen stets verbunden.

05_01_Korps - Grenadiere_Major+Adju-aktuell
Seinen Nachfolger fand Fritz Linkamp, wie bereits viele vorherige Majore, in seinem letzten Adjutanten. Thomas Kattner, der als Grenadierhauptmann bereits über 12 Jahre seinem Vorgänger begleitend und unterstützend verbunden war, erhielt das Vertrauen der Grenadiere und führt das Korps seitdem im Sinne von Fritz Linkamp weiter und auch im Jubiläumsjahr 2013 als Major und Vorsitzender an. Ihm zur Seite steht als Adjutant und 2. Vorsitzender ausgerechnet Bernd Linkamp, der Sohn des langjährigen Majors. Somit sind auch für die Zukunft die Weichen gestellt, damit der Name Linkamp nun in der dritten Generation weiterhin eng mit der Führung der Grenadiere verbunden bleibt.

Das Vereinsleben ist bei den Grenadieren wie bei vielen anderen Korps auch über das ganze Jahr verteilt. Neben den Treffen bei regelmäßigen Versammlungen und Veranstaltungen gibt es enge Verbindungen, die sich aus den teils sehr langen Kameradschaften ergeben haben. In den meisten Schützenzügen haben sich Freundschaften mit Wirkung bis hin ins familiäre Privatleben entwickelt, was den Zusammenhalt unter den Schützensehr positiv beeinflusst.

Zu den beliebtesten Veranstaltungen der Grenadiere gehört neben der gemeinsamen Feier des Schützenfests auch der Schießwettbewerb. Jedes Jahr an Palmsonntag steht das Korpsschießen auf dem Programm. Hier werden Mannschafts- und Einzelwertungen beim Luftgewehrschießen auf Scheiben die Besten des Korps ermittelt und dafür mit Pokalen und Ehrenzeichen honoriert.

Der jeweilige Einzelsieger aus dem Korpsschießen ist Repräsentant der Grenadiere innerhalb des Schützenvereins und wird beim traditionellen Familienfest der Grenadiere in der Vorweihnachtszeit besonders geehrt und ausgezeichnet. Wenn man erlebt, wie im vollbesetzten und festlich geschmückten Saal des Vereinslokals „zur alten Post“ das Licht abgedunkelt wird und durch Kerzenschein eine warmherzige Stimmung entsteht, dann rückt die Grenadierfamilie immer ganz nah zueinander und ist nur einen kleinen Schritt vom nahenden Weihnachtsfest entfernt.

Beim Familienfest schlägt auch die Zeit eines alten Brauchs aus dem vorherigen

05_01_Korps - Grenadiere_Korpsschießen-01Jahrhundert. Die Damen der Grenadiere und deren Gäste ermitteln eine „Bohnenkönigin“. Dies geschieht auf einem einfachen Wege: jede Dame erhält einen Berliner ballen zum sofortigen Verzehr. In einem dieser Berliner ist eine Bohne versteckt worden, und die meist freudige Besitzerin dieser Bohne wird anschließend mit diesem wohl einmaligen Titel gekürt …  wenn sie die Bohne nicht verschluckt hat.

Auch in der aktuellen Zeit unter der Korpsführung von Major Thomas Kattner und Adjutant Bernd Linkamp setzten die Grenadiere die langjährigen Traditionen fort.

Die heutige Grenadiergeneration ist jedoch mehr zu Veränderungen bereit als die Vorgänger in vergangenen Phasen.

Bei Wahrung der Tradition und Erhaltungsbemühungen kommen Veränderungsgedanken auf den Prüfstand, werden durchleuchtet.

Bei Entscheidungen hilft Basisdemokratie, um den Grundsatz treu zu bleiben: „so viel Tradition wie möglich, so viel Veränderung wie nötig“.

Vor diesem Hintergrund entwickelt ein Erneuerungskreis mit Mitgliedern aus allen Grenadierzügen Wünsche und Vorschläge zur Modernisierung und Veränderung.

So hat sich im Jahr 2012 aus dem Kreis des schwarz-weißen Korps heraus ein Plan durchgesetzt, der vorsah, nach 148 Jahren Grenadiertradition erstmals einen Grenadierkönig krönen zu können. Als Übergangslösung hatten die Grenadiere auch gleich über einen sympathischen Vorschlag entschieden: sie machten den ältesten aktiven Grenadier zu ihrem ersten Korpskönig. So kam Altgrenadier und Veteran Johann Schröder zu einer Krönung, ohne jemals dafür einen Vogel abgeschossen zu haben.

Mittlerweile begehen die die Grenadiere jeweils im Herbst ihren sogenannten „Grenadiertag“. Dazu treffen sich die Schützen zunächst zur Haupt
versammlung und anschließend zum Pokal- und Königsschießen. Schon beim Schießen sind die besseren Hälften auch anwesend, um die Spannung des Wettbewerbs mitzuerleben. Nach der Ermittlung der Korpskönigs erfolgen dessen Proklamation und die Pokalvergabe an die besten Züge. Anschließend geht es in den gemütlichen Teil des Abends über, der Tanz und Unterhaltung, aber auch Frohsinn und Spaß mit sich bringt.

Dies alles wollen die Grenadiere und sind gerne dazu bereit, die Zügel in die Hand zu nehmen. 150 Jahre Bestehen des Grenadierkorps zeigen, dass wir engagierte Mitglieder hatten, derzeit haben und sie auch zukünftig benötigen, damit diese sich für die Belange der Schützen einsetzen und unmittelbar dafür sorgen, dass diese Tradition über Generationen hinweg weitergegeben und fortgesetzt wird.