Schützengilde

Schützengilde

In den Tagen des Weckhovener Schützenfestes 1974 entschloss sich eine Hand voll so

Wappen Schützengilde
Wappen Schützengilde

genannter Weckhovener Neubürger aktiv in die Reihen des Schützenvereins Weckhoven einzutreten.

Man wollte allerdings keiner der bestehenden Formationen beitreten, sondern gleich ein neues Korps gründen. Schnell waren sich die Gründer einig, dass dem Weckhovener Regiment eine Schützengilde gut zu Gesicht stehen würde, die dann am 24. August 1974 aus der Taufe gehoben wurde.

Als hiernach zum ersten Mal in der Regimentsversammlung bekannt gemacht wurde, dass sich das neue Korps in das Regiment eingliedern wolle, war vor allem aus den

Reihen vieler alteingesessener Weckhovener Schützen zu hören: ,,Mer wolle nix Neues! Dat Alde soll so blieve wie et es!“

Doch die neue Gemeinschaft blieb hartnäckig, und unter der Führung des damaligen Majors Reinhard Wendt und dem 1. Vorsitzenden Martin Schatz konnten alle Steine aus dem Weg geräumt werden, und zum Schützenfest 1975 marschierte die Schützengilde zum ersten Mal über den Lindenplatz, mit kritischen Blicken bedacht.

Der nach diesem Schützenfest zu verzeichnende Rückschlag konnte dank eines festen Zusammenhaltes der verbliebenen Schützen gut verkraftet werden, und das Korps fasste Tritt. Beim Schützenfest des Jahres 1978 wurde die neue Haupfahne der Öffentlichkeit vorgestellt und in der Schützenmesse am Kirmesmontag durch Pastor Saurbier geweiht. Mit der Darstellung der St. Paulus Kirche und des hl. Paulus wollte die Schützengilde durch diese Fahne ihre Verbundenheit zu Weckhoven augenfällig demonstrieren.

Selbstverständlich kommt dem Schießsport im Korps eine große Bedeutung zu. Früchte trug intensives Training insofern, als die Schützengilde mit Gerd Zander 1980, Richard Winter 1983, Harald Adolfs 1991, Robert Komanns 1994, Willi Spicker-Pergens 1996, Detlef Reinicke 1998 und Reiner Hörnchen 2001 bereits sieben Schützenkönige in Weckhoven stellte. Die junge Garde des Korps war auf Regimentsebene ebenso erfolgreich, denn bereits 16 Jungschützenkönige kamen aus ihren Reihen.

In jedem Jahr beim Patronatstag im September wird der Korpskönig ermittelt. Mit seiner Krönung im April eröffnet die Schützengilde ihre schützenfestlichen Aktivitäten, welche sich bei Zugkrönungen und anderen gesellschaftlichen Veranstaltungen des Korps und der Züge fortsetzen. Eine große Kameradschaft prägt das Miteinander im Korps, welche sich auch in privaten Feiern ausdrückt. Einen großen Raum nimmt die Jugendarbeit ein, denn schon von Kindesbeinen sollen sich bei den Jungschützen die Kleinen mit dem Gedanken an Brauchtumspflege und Heimat vertraut machen.

Neben diesen Aktivitäten hat sich die Schützengilde Weckhoven ein großes soziales Engagement auf ihre Fahnen geschrieben. Das Spektrum umfasste in der Vergangenheit die jährliche Spende an die Partnergemeinde der Pfarre St Paulus in Malawi und fand ihre Fortsetzung in Aktionen für die Neusser Partnerstädte Pskow und Rijeka. Hier waren besonders der Zug Treues Kreuz und der leider allzu früh verstorbene Willi Spicker- Pergens sehr aktiv.

Martin Schatz
Martin Schatz

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch der persönliche Einsatz von Major Martin Schatz als Koordinator für die Sammlungen der Kriegsgräberfürsorge in Weckhoven.

Die Schützengilde Weckhoven hat also stets ein offenes Ohr für die Belange der Mitmenschen und marschiert nicht nur an den Tagen der Wonne mit klingendem Spiel durch die Straßen.

Im Schützenverein hat die Schützengilde einiges bewegen können, wobei besonders hervorzuheben ist, dass der Bürgerfrühschoppen und der Bürgerball auf einen Initiativantrag des Korps zurückzuführen sind. Eine der treibenden Kräfte bei allen Aktivitäten des Korps war Martin Schatz. Seit der Gründung Vorsitzender und seit 1976 auch Major, verstand er es immer wieder mit großem persönlichen Engagement die Schützengilde für neue Taten und Ideen zu begeistern, bis dann im Oktober 2002 der Tod seinem Wirken ein Ende setzte.

05_10_Korps - Schützengilde - Herbert Moll
Herbert Moll

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wählten die Mitglieder der Schützengilde im Januar 2003 mit Herbert Moll aus dem Fahnenzug Gute Kameraden einen erfahrenen Schützen zu seinem Nachfolger als Major und I. Vorsitzenden. In seiner Antrittsrede sagte dieser, dass zwar Einer das Sagen haben müsse, die Mitglieder aber das oberste Entscheidungsgremium im Korps seien. Er werde die Schützengilde im Sinne von Martin Schatz weiterführen, was aber nicht ausschließe, dass auch Veränderungen notwendig seien. Da er aber nicht nur seine Majorsuniform spazieren tragen wollte, löste er ein vor seiner Wahl gegebenes Versprechen ein und übernahm gleichzeitig auch die nicht unerheblichen Aufgaben eines Korpsgeschäftsführers. Einen großen Teil seiner Vorhaben hat Herbert Moll verwirklichen können, aber es blieb noch vieles zu tun. Gerne hätte er sich auch dieser Aufgaben noch angenommen, aber es sollte nicht sein. Aus gesundheitlichen Gründen musste Herbert Moll im Dezember 2008 schweren Herzens sein Amt zur Verfügung stellen.

Heinrich Mehls
Heinrich Mehls

Zu seinem Nachfolger wählten die Schützen den bisherigen Korpshauptmann Heinrich Mehls aus dem Hauptmannszug Stolzer Adler, dem Wolfgang Coenen als Adjutant zur Seite steht. Wer Heinrich Mehls kennt weiß, dass er seine neue Aufgabe mit großem Elan anging. So richtete er zunächst sein Augenmerk auf den Zug Treues Kreuz, den er in vielen Gesprächen wieder zu einer marschierfähigen Stärke brachte. Auch die Wiederbegründung des Zuges Gilde Treu aus vorwiegend jungen Leuten ist sein Verdienst. Viel Spaß macht ihm die Unterstützung unserer Jungschützen. Er hat erkannt, dass hier das Zukunftspotential des Korps zu finden ist! Viele Jahre war Heinrich Mehls als Kassierer für die finanziellen Belange des Korps zuständig. Seine Verdienste würdigte das Korps mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft und des Gildekreuzes in Gold.

 

von Herbert Moll (gekürzte Fassung)